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In den letzten Jahren hat auch in unserem Schützengau der Bogensport viel neue Freunde gefunden. Dabei ist der Umgang mit Pfeil und Bogen in der Gechichte des Menschen alles Andere als neu. Ja, man kann mit Recht sagen, die Erfindung und der Gebrauch von Pfeil und Bogens hat die kulturelle und historische Entwicklung der Menschheit gravierend verändert. Geschichte Bogentypen Langbogen Recurve Komposit- od. Reflex-Bogen Bögen aus Stahl Kyudo Compound-Bogen GeschichtePfeil und Bogen werden vermutlich schon seit der jüngeren Altsteinzeit (30.000–10.000 Jahre v. Chr.) benutzt. Als älteste Bogendarstellung gilt eine Kalksteinplatte aus der Grotte des Fadets, Dept. Vienne, Frankreich aus dem späten Magdalénien. Der vermutlich wohl älteste Bogen der Welt wurde kürzlich in Mannheim-Vogelstang entdeckt, ein Fragment aus Kiefernholz (Pinus sylvestris). Sein Alter wird mit 17 600 Jahren angegeben, seine ursprüngliche Länge mit möglicherweise 110 cm. aus Wikipedia Neben dem Gebrauch als Jagdwaffe wurde Pfeil und Bogen auch schon früh als Kriegswaffe eingesetzt, wo sie als einmännig verwendete Distanzwaffe oft Schlacht entscheident war. Es ist sicherlich kein Zufall, dass alle als besonders kriegerisch bekannten Völker des Altertums und der Neuzeit, über entsprechend starke Abteilungen von Bogenschützen verfügten, wie z.B. die Assyrer, die Skyten, die Parther, die Hunnen, die Mongolen und die Walliser und Briten mit den uns wohl bekanntesten Bogenschützen, Robin Hood. So unterschiedlich die Kulturen waren in denen der Bogen beheimatet war, so unterschiedlich sind auch seine Bauformen, was Form und Material betrifft. Am bekanntesten ist hier sicherlich der englische Langbogen Zur Unterscheidung des Langbogens von anderen Bogenarten müssen insbesondere zwei Kriterien erfüllt sein:
Zunächst muss eine gewisse Länge gegeben sein, diese entspricht in etwa der Größe des Bogenschützen und als weiteres darf
die Bogensehne den Langbogen nur an den Sehnenaufhängungen, den sogenannten Tips, berührern (anders als beispielsweise der
Recurvebogen). Der klassische Langbogen entwickelte sich im europäischen Hoch- bzw. Spätmittelalter zum englischen Langbogen (engl. Longbow)
mit sehr hohen Zuggewichten weiter. Diese Entwicklung ist die Antwort auf die besonders im Hochmittelalter vorkommenden
Panzerreiter. So konnte ein Pfeil, der von einem Langbogenschützen abgeschossen wurde, mühelos einen damals gebräuchlichen
Kettenpanzer und unter günstigen Bedingungen sogar die als Reaktion entwickelten Plattenpanzer durchschlagen.
Die hohe Effektivität dieser Bögen war einer der militärischen Gründe für den Niedergang des Rittertums.
Heranreitende Kavallerie hatte nur selten die Möglichkeit, die Bogenschützen mit ihren Nahkampfwaffen anzugreifen.Zur Herstellung von Langbögen verwendeten die Engländer vorwiegend Eibenholz, da dieses die Eigenschaften besitzt, die hohen auftretenden Zug- und Stauchkräfte aufzunehmen. Diese Eigenschaften ermöglichten die Entwicklung zum leistungsstarken Stabbogen, der im Gegensatz zum Flachbogen auf weite Distanzen einzusetzen ist. Die walisischen Bogenschützen schossen auch mit Ulmenbögen. Noch heute ist die Eibe streng geschützt, weil dem damaligen Bedarf an Eibenholz fast die gesamten Bestände des Alpenraums und der Pyrenäen zum Opfer gefallen waren. Eine ebenfalls bereits uralter Bogentyp ist der Recurve.
Recurve (englisch: zurückgebogen) steht für das Hauptmerkmal dieses Bogentyps, die zurückgebogene Form der Wurfarmenden.
Abbildungen von Recurvebogen (bei sehr wahrscheinlicher Kompositbauweise) gibt es bereits seit dem Frühneolithikum auf
Felsbildern in Spanien.Älteste archäologische Bodenfunde stammen aus Asien.Der Recurvebogen stellt in seinem Wirkungsgrad eine Weiterentwicklung des Flachbogens bzw. des Langbogens dar. Im ägyptischen Theben wurden Exemplare dieses Typs gefunden, die wahrscheinlich assyrischer Herkunft waren und vermutlich aus der Zeit um 1.200 Jahren v. Chr. stammen.
Wurfarmenden (arbeitender Bereich der Recurves rot markiert)Im Unterschied zum Langbogen sind beim Recurvebogen die Enden der Wurfarme so stark nach vorn gebogen, dass die Sehne anliegt. Dadurch erhält der Bogen einen weicheren Auszug und höheren Wirkungsgrad. Er kann weiter gespannt werden als ein europäischer Langbogen. Die daraus resultierenden Kräfte bedingen höhere Anforderungen an das Material der Wurfarme als beim in dieser Hinsicht unproblematischeren Langbogen oder amerikanischen Flachbogen. Die anliegenden Sehnen dämpfen den Handschock nach dem Schuss. Ein Komposit- oder Reflexbogen ist ein spezieller, aus mehreren
verschiedenen Materialien bestehender Bogen, der vermutlich noch in der Jungsteinzeit in den Steppen Zentralasiens entstand.
Von den Steppen aus verbreitete sich die Nutzung von Kompositbögen im bronzezeitlichen mediterranen und chinesischen
Kulturkreis. Zur Herstellung von Kompositbögen wurden in einem aufwändigen, bis zu zwei Jahre dauernden Verfahren
verschiedene Schichten von Holz und Tierhorn verleimt und mit Sehnen umwickelt. Die Funktion des Holzes beschränkte sich
dabei z. T. auf das bloße Tragen der tierischen Materialien. Das Ergebnis war eine gegenüber traditionellen Bögen kleinere
Waffe mit dennoch hoher Spannkraft, die sich hervorragend für Reiter eignete. Tiersehnen haben im Vergleich zu Holz eine ca.
vierfache Zugfestigkeit. Horn hält eine doppelte Druckbelastung aus wie Holz. Daher lässt sich beim Bogenbau die benötigte
Schichtdicke auf ein Viertel bzw. die Hälfte, im Vergleich zu Holz, reduzieren. Dünnere Bogenarme sind elastischer als
dickere; je weniger Energie aber beim Biegen der Wurfarme verloren geht, umso mehr kann beim Verschießen des Pfeiles
abgegeben werden. Kleinere und kürzere Wurfarme besitzen zudem weniger Masse, die bewegt werden muss. Außerdem kann man
Verbundmaterialien in einem technisch besonders effektiven Design zusammenleimen.Der Vorteil von Sehnen und Horn besteht in ihrer höheren Fähigkeit, Energie zu speichern und auch wieder an den Pfeil abzugeben. Die Effizienz eines solchen gut gebauten Kompositbogens mit entsprechender möglicher Formgebung ist höher als die eines konventionellen Bogens aus Holz, der bei identischem Layout sofort brechen würde. Mongolische und türkische Reiterbögen hatten ein Zuggewicht von durchschnittlich 75 Pfund und schossen speziell abgestimmte leichte Pfeile 500 bis 800 m weit. Kompositbögen wurden jedoch schon seit der Antike auch von sesshaften Völkern übernommen, unter anderem von Römern und Parthern. Nachteilig ist die starke Anfälligkeit solcher klassischer Kompositbögen gegen jegliche Art von Feuchtigkeit – im Extremfall löst sich der durch elastischen und hochfesten Hautleim zusammengehaltene Materialverbund einfach auf, wodurch der Bogen irreparabel zerstört wird. Die höchste Vollendung in der Kunst des Bogenbaus haben die Türken erreicht. Sehr schöne Exemplare sind im Völkerkundemuseum in Wien und im Schloss in Karlsruhe in den Waffensammlungen der Kriegsbeute der letzten Türkenbelagerung ausgestellt. Bögen aus Stahl Die Anfälligkeit der Kompositbögen gegen Feuchtigkeit führte in Indien zur Entwicklung von Bögen aus Stahl. Die indischen Schmiede verfügten über das metallurgische Wissen, um geeignete Legierungen herzustellen. Im Agni Purana, einem indischen religiösen Text aus dem 9. Jahrhundert, werden bereits Bögen aus Metall erwähnt. Die Bögen waren nicht so leistungsfähig wie herkömmliche Kompositbögen, aber bei feuchtem Klima haltbarer und auch sonst widerstandsfähiger. Stahlbögen konnten auch problemlos gelagert werden. Von adeligen Kriegern gebrauchte Stahlbögen wurden reich verziert. In Europa wurden Stahlbögen nur für Armbrüste hergestellt. Ein exotischer Vertreter in der Bogenfamilie ist der Kyudo-Bogen
Der japanische Kyudo-Bogen (Yumi) ist ein asymmetrischer Kompositbogen. Der Pfeil wird hier, zum Schuss auf der dem Schützen
abgewandten Seite des Bogens geführt. Entscheidend für die Position des Pfeils ist die Frage, wie der Bogen gespannt wird, europäisch mit drei Fingern,
oder asiatisch mit dem Daumen. Davon ist abhängig, in welche Richtung die Sehne von den Fingern bzw. Daumen gleitet.
Der Pfeil liegt immer auf der Seite dieser Richtung, bei drei Fingern links, beim Daumen somit rechts. Dies ist erforderlich,
um zu vermeiden, dass der Pfeil beim Abschuss am Bogen anschlägt. Wird der Schuss gelöst, krümmt sich der Pfeil zuerst in die
Bogenmitte, dann durch die eigene Elastizität in die entgegengesetzte Richtung. Genau zu diesem Zeitpunkt passiert der Pfeil
den Bogen und wird somit nicht abgelenkt. Der Pfeil gleitet nicht die ganze Zeit bis zum Verlassen der Sehne entlang des Bogens.Typisch für den Langbogen ist seine asymmetrische Form. Der Griff teilt den Bogen in einen kurzen aber stärkeren unteren Teil und einen erheblich längeren oberen Teil, wodurch sich diese Langbögen auch vom Pferderücken aus einsetzen ließen, waren ber bereits vor Einführung der Pferde in Japan vorhanden. Es ist wohl eher anzunehmen, dass bei der Anfertigung eines Bogens aus einem dünneren Stamm das unregelmäßig dicke Holz unterhalb der Mitte gegriffen werden musste, um das „Gleichgewicht“ des Bogens – unten schwerer, oben leichter – zu erhalten. Später wurde diese Form beibehalten, obwohl sich die Composit-Bauweise (aus China übernommen) durchgesetzt hat. Ein Grund für die auffallende Länge dürfte auch in der Belastbarkeit des verwendeten Materials (Bambus) liegen. Bei der asymmetrischen Bauart ermöglicht der lange obere Schenkel den großen Auszug, der kürzere untere bewirkt eine höhere Pfeilgeschwindigkeit. Die Gesamtlänge eines daikyu richtete sich nach der Auszugslänge, welche in etwa der halben Körpergröße des Kriegers entsprach. Man unterschied die Standardlängen Sansun-tsumari (2,12 m), Namisun (2,21 m), Nisun-nobi (2,27 m), Yonsun-nobi (2,33 m), Rokusun-nobi (2,39 m) und Hassun-nobi (2,45 m). Dass er der modernste Vertreter in der Familie der Bögen ist, zeigt er schon durch sein Äußeres: der Compoundbogen Moderne Compoundbögen wenden wie bei einem Wellrad das Hebelgesetz an. Die sich nach außen wegdrehende Rolle ist wie ein starrer Hebel, der auf die Drehachse wirkt. Durch die exzentrische Aufhängung der Rollen/Cams verändert sich der Angriffswinkel und der Hebelarm, und man kann so immer im effektivsten Bereich arbeiten. Werden die Rollen/Cams mit der Bogensehne nach außen gezogen, verlängert sich der Hebelarm. Diese Mechanismen sind beim Compoundbogen in einer praktischen Anwendung umgesetzt. Dadurch ergibt sich im Gegensatz zu anderen Bogen ein nicht-linearer Kraftverlauf beim Auszug: Mit steigendem Auszug nimmt die Kraft zunächst stetig zu (wie auch bei anderen Bogen), um dann aber beim Überschreiten des sogenannten Gipfel-Zuggewichtes schlagartig abzunehmen. Der Bogenschütze hält dann bei voll ausgezogenem Bogen nur noch einen Bruchteil des Gipfelzuggewichtes auf der Hand. Die Zugreduzierung kann bis zu 80 % betragen, d.h. bei einem Gipfelzuggewicht von 50 Pfund muss der Schütze nur 10 Pfund im Auszug halten. Dadurch kann der Bogen ruhiger gehalten werden und das Zielen fällt wesentlich leichter. nach oben
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